Geschichte des BW-BLO


· in den 1865er Jahren im Auftrag Kaiser Wilhelm I. an die koenigliche
  Eisenbahndirektion erste Ingenieursplanungen zum Bau von Gleisanlagen mit
  angeschlossenen Betriebswerkstätten auf dem Rittersgut Friedrichsfelde Ost

· das Gelände besteht aus Mooren und Getreidefeldern und Weideflächen für Vieh
  und ist ausserhalb der Stadtmauern Berlins vollkommen unerschlossen

· 1867 Baubeginn der Suedtrasse mit Anschluss nach Bromberg in Ostpreussen
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· 1871 Bau des Innenstadtringes im Ostteil des Geländes des späteren BW
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· 1878 Bau erster Gleisanlagen zum Verladen von Vieh im Noedteil
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· es entsteht ein Gleisdreieck in dessen Mitte das zukünftige BW-BLO mit
  ursprünglich 3 geplanten Lokschuppen eingebettet wird
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· das BW BLO (Bahnbetriebswerk Berlin Lichtenberg Ost) wird von 1891-1894
  unter Leitung der koeniglichen Eisenbahndirektion erbaut

· 1. April 1894 feierliche Einweihung des BW-BLO
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· die unterschiedliche bauliche Ausführung der 6 Gebäude hat mit ihrer
  unterschiedlichen Nutzung und Aufgabenverteilung im ehemal. BW zu tun (STM:
  Stromerzeugung; Separatistenhaus: Übernachtung für Lokführer-wie ein Hotel
  gebaut; Lokschuppenanbau: Werkstatt für Radlagerinstandsetzung und
  Kolbendreherei; Gasgewinnungsanstalt auf dem Grund der Kantine, 1932
  abgerissen: Gasgewinnung für Zugbeleuchtung; Kantine: ab 1933
  Essensversorgung der bis zu 350 Arbeiter des BW; Hexenhaus: Sitz des
  BW-Meisters und untergeordneter Führungskräfte und Lokchefs; Anbauten der
  30er und 40er Jahre: Giesserei: Kugellagergiesswerkstätten

· Grund für die Erbauung des BW war die östliche Anbindung der damaligen
  Reichshauptstadt an die Kornkammern des damaligen Deutschen Reiches in
  Pommern und Schlesien

· deshalb zu Beginn vorwiegende Nutzung als Vieh- und Getreideumschlagplatz,
  rund um das BW entstehen weitläufige Gleisanlagen zum Rangieren sowie die
  Vorläufer des Fernbahnhofes Berlin Lichtenberg, umliegende Wohnviertel passen
  sich in ihrer Gestaltung und Strassenführung den Gegebenheiten der
  Gleisanlagen an

· später grosse Bedeutung für Kohletransporte aus Ukraine und Polen, in beiden
  Weltkriegen wichtig für die Versorgung der Ostfronten, war während der Kriege
  z.T. der Wehrmacht unterstellt, die über die Nutzung und Aufgabenverteilung der
  verfügbaren Lokomotiven bestimmte

· bis zu 120 Dampflokomotiven waren im BW beheimatet
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· 1915-1927: das Hexenhaus sackt um 70cm nach hinten weg, da es auf einem
  ehemal. Entwässerungsgraben gebaut wurde, es soll zusammen mit der
  Gasgewinnungsanstalt 1931 abgerissen werden

· im 2. Weltkrieg: Versorgung der Ostfront, Lokomotiven für Truppen- und
  Kriegsmaterialtransport, u.a. auch Bereitstellung von Zügen für Transporte in
  östlich gelegene KZ´s
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· deshalb am 26. Februar 1945: schwere Bombardierung des BW´s durch
  amerikanische Bomberpiloten: Zerstörung des "Berliner Lokschuppens" und vieler
  angrenzender Gebäude

· in den 60er Jahren werden die Reste des Lokschuppens abgetragen und dessen
  Baumaterial wird zur Instandsetzung umliegender Wohngebäude benutzt
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· nach dem 2.Weltkrieg waren nur noch 4-5 Lokomotiven einsatzbereit
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· Besetzung durch die Rote Armee, "Kolonnenzüge" für Gütertransporte
  konfiszierter deutscher Industrieanlagen in die UdSSR

· langsamer Auf- und Ausbau in den 50er Jahren

· die kommenden Jahrzehnte sind geprägt von Mangelwirtschaft und
  Rohstoffknappheit, das BW wird nur notdürftig repariert und die Arbeiter müssen
  mit ständiger Improvisationskunst das BW am Laufen halten
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· zu DDR-Zeiten war das BW nur noch zuständig für die Bereitstellung von Zügen
  für Personenverkehr innerhalb der DDR
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· aufgrund der neuen politischen Verhältnisse verliert das BW zunehmend an
  Bedeutung, ca. 40-60 Lokomitiven sind im BW beheimatet
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· erst Ende der 70er und im Laufe der 80er erlangt das BW eine traurige
  Deutschland weite "Berühmtheit", da hier die letzten Dampflokomotiven der DDR
  stationiert und zusammen gezogen werden
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· in der BRD gibt es zu diesem Zeitpunkt bereits keine im Dienst stehenden
  Dampflokomotiven mehr
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· erste Pilgerfahrten westdeutscher Eisenbahnnostalgiker unter den Augen der
  Stasi, die seltene Lokomotiven fotografieren wollen
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· nach der Wiedervereinigung beider deutscher Staaten wird ein Grossteil der
  Lokomotiven auf der Freifläche abgewrackt und verschrottet
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· in den 90er Jahren wird das BW nur noch für Schulungszwecke benutzt, letzte
  Umgestaltung der Gebäude zu Lehrräumen und Büros

· ab Juli 1999 komplette Stillegung des Geländes, die letzten Mitarbeiter der DB
  verlassen die Gebäude
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· das BW fällt für fast 5 Jahre in einen "Dornröschenschlaf"
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· im Februar 2003 wird das Gelände von Thomas Seyffert und Daniel Rabe nach einem
  Ideenaufruf des RAW-Tempel e.V. wieder entdeckt

· erste Bestandsaufnahmen der Gebäude - Beginn der Mietverhandlungen mit der DB

· im März 2003: Gründung des LOCKKUNST e.V. als zukünftigen Rechtsträger des
  Projektes "BLO-Ateliers"

· nach 18 Monaten langwieriger Mietverhandlungen am 1.Juli 2004 erfolgreicher
  Abschluss eines Mietvertrages mit DB mit 10-jähriger Laufzeit

· Beginn der temporären Zwischennutzung des BW als wirtschaftlich selbständige
  Ateliergemeinschaft bis 2014